Posse und Pisse

Vorhang 1: die Posse

Vormittags im Discounter vor mir ein älterer Mann. Drei Pappkartons Langnese-Eiskuchen auf dem Band. Vor ihm 2 andere Kunden am Start. Das Kassenband läuft an. Jetzt ist Platz für meine 3 Sachen. Sind nicht schwer, ich hechte also nicht wie blöde hin. Der Herr vor mir schnaubt, schnappt sich einen Warentrenner und wirft in hinter seine Eispackungen, dass es richtig knallt. Meinte wohl, ich würde sonst die zügige Warenablegung verweigern. Schnaubt, als ob ich das Stöckchen (war zu weit weg) hätte sofort und höchstselbst herangeln und hinlegen müssen. Ich sage: „Na vielen herzlichen Dank auch!“ Er dreht sich um, kein Lächeln. Motzt etwas von: „Das sollte schon so sein, dass man da was hinlegt.“ Ich grinse: „Wissen Sie denn überhaupt, wie die Dinger heißen?“ Er stutzt. Schwankt zwischen genervt und neugierig. „Nö, ist ja eigentlich egal. — Wissen Sie das denn?“ Ich lächle begütigend: „Das sind Trennstäbe oder auch Warentrenner. Man kann auch Warentrennbalken oder Kassentrennstab dazu sagen.“ (Jaha, ich würde mich jetzt auch hassen. Diese neunmalkluge Tussi, die zu faul war, sich einen Einkaufswagen zu organisieren und nur gescheit daherlabert.)  – „Aha“, quittiert er meine besserwisserische Kampfansage.  „Bei dem anderen Laden im Ort haben sie viel zu wenig davon. Nur 2 !!! (er reißt die Augen auf und rollt gefährlich nach oben) an der Kasse. Das ist doch zu wenig! Das hab ich denen schon gesagt. Geht ja gar nicht!“ — Ich nicke verständnisvoll. Er schiebt sich mit dem anrollenden Warenband nach vorne. Murmelt und mosert und mault. Keine Ahnung, was er jetzt schon wieder hat. Dann zwinge ich ihn noch einmal, sich umzudrehen. „Aber eigentlich…eigentlich darf das für uns doch kein wichtiges Problem sein, so ein fehlender Warentrenner. Gibt doch Wesentlicheres, oder?“ Der Mann funkelt mich an, fummelt nach seinem Geldbeutel, murmelt und scheißt im Anschluss die Kassiererin zusammen. Die hatte ihn nur gegrüßt. War aber zuviel.

Vorhang 2 : die Pisse

Nachmittags schnell noch eine Runde mit dem Hund. Aus der Haustür raus, durch’s Törchen durch und dem Nachbarn mit dem Riesenbernersennenhund in die Arme laufen. Kurze Begrüßungsfloskeln, Hunde schnüffeln, der Mann erzählt, dass er jetzt mit seinem auf den Weihnachtsmarkt geht. Mein Hund guckt an der Leine, der andere Hund geht zielstrebig (als ob er das schon immer so macht) durch das schmiedeeisene Tor, die Stufe hoch, in unseren Vorgarten. Das Herrchen sieht kurz hinterher und meint in fröhlichem Singsang: „Ist doch o.k., wenn die Wabby auf euren Rasen Pipi macht…“ HÄ??? „Also ehrlich gesagt ist das nicht ok. Ich lasse ja nicht mal unseren eigenen Hund in den Vorgarten pieseln, sonst riechen das alle anderen und kommen erst recht. Und überhaupt: Kein Hund sollte in dieser Straße in IRGENDEINEN Vorgarten pinkeln, der Wald ist doch nur 25 Meter  weg…“ Und der Nachbar guckt langsam seinen Hund an und meint: „…jetzt ist es eh zu spät…“ – Und ich drehe mich einfach weg und gehe. Mir wird klar, warum letztens der Besucherjunge in einen überdimensionierten Hundehaufen gestiegen ist. Ja genau, ich geh jetzt auch mal zu euch hoch in den 2. Stock und britschel euch auf den Fußabstreifer, ist doch ok, oder?

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Schöpfungsgeschichte

Religion, 3. Klasse.

Aufgabe: Überlege dir, wie die Erde entstanden ist und schreibe das kurz auf.

(Gut, über die Rechtschreibung decke ich das Mäntelchen des Schweigens und weine still und leise, kleine Tränen tropfen aus meinen Deutschlehrerinnenaugen.)

Sohn 1

Sohn 2

 

Verkehrte Welt

Neulich im Musikunterricht. Die Drittklässler singen ein Lied und erarbeiten sich kreativ den Inhalt. Thema: Verkehrte Welt. Hier der Zettel aus der Musikmappe der Jungs:

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Aufgabe war dann, sich selbst etwas „Verkehrtes“ zu überlegen und es zu malen.

Dab dadab dabmdidau.

Ergebnis:

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Da ist alles drin. Dab-dadab.

Gandhi gibt’s noch

„Mamaaa? Der Typ von nebenan nervt!“

Inwiefern denn?

„Der ist auf seinem neuen Baumhaus und hat als erstes gesagt: Ihr Pupskacka! Euer Haus ist viiiel kleiner als meines und eures hat ja ein Loch im Dach! Nä-nä-nä–nääää-näääää-näääää! Und bei euch ist alles morsch und alt. Und mein Haus ist viel höher und neuer! Das hat mein Papa gebaut.“

Aha. Und?“ (Gedacht: Wahrlich, der Sohn seiner Eltern.)

„Und dann hat er mit seiner Wasserpistole rübergespritzt.“

Mhm. Und was habt ihr dann gemacht?

„Wir haben ihm gesagt, dass wir das nicht wollen und er damit aufhören soll.“

Schön. Und warum seid ihr dann jetzt hier?

„Weil der Typ erst noch rumgeschriehen hat nach seinem Papa, dass er noch Wasser braucht. Und der hat ihm dann welches auf sein Baumhaus raufgebracht. Und er hat damit weitergeschossen.“

Aha. Hm. Schön. – Was habt ihr daraufhin getan?

„H. meinte zu mir: ‚Was ist denn mit DEM los!‘ – Dann war das Wasser alle und er hat sich einen Eimer Sand geholt und versucht, rüberzutreffen. Hat er aber nicht geschafft.“

Ja, das ist doof. Verstehe, dass ihr genervt seid.

„Papa hat gemeint, wir sollten eben auch rüberschießen.“

Habt ihr das gemacht?

„Nö. Wollen wir nicht. Aber so geht das nicht weiter.“

Klarer Fall. Eine Idee, was man tun könnte?

„Wir brauchen Deckung. B., haben wir ein Tuch?“

Ein altes Bettlaken ist im Schuppen. Das könntet ihr haben.

„Aber Mama! Da geht’s doch nass durch! Wir brauchen… wir brauchen… etwas Wasserdichtes! Und zu schwer darf es auch nicht sein, sonst hält’s da oben ja nicht.

„Ha, Mama: Wir brauchen einen DUSCHVORHANG!“

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Hach, was war die Mama stolz! Passiver Widerstand und Deeskalation um 13 Euro 94 Cent. Wir haben dann einen passenden Duschvorhang gefunden und mittels der Campingwäscheleine auf dem morschen Turm befestigt.

Ein Glück! Brauchen sie sich nicht mit dem Pupskacka in Singapur treffen.

Kassengelächter

Neulich, 20 Uhr bei REAL, an einer von 8 Kassen, sogar mal alle besetzt:

Vor mir ein junger, schmächtiger Mann ohne Körbchen oder Wagen, hinter mir der eigene Mann samt Kindern und Heißhungereinkauf auf dem Band.

Die junge Kassiererin mit noch ordentlich Elan, scannt die 2 Dinge ab, die der Einkäufer vor sie hingelegt hat: eine Packung XXL-Kondome und ein Tütchen Pfefferminzbonbons. Sie sagt zu ihm: „…und einen schönen Abend!“ Er geht ab. Ich zu ihr: „DEN wird er sicher haben!“ Sie guckt mich an, ich gucke sie an und wir beide bekommen sowas von einem pubertären Lachanfall. Großartig!

Und während sie alles auf dem Band abpiept und weiterschieben lässt und ich es wieder in den Wagen packe, erzählt sie von den alten Männern mit den Pornoheften und erzählt und lacht und piept und ich frage nach und packe ein und japse. Herrlich!